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Eine ungewöhnliche Saison ist zu Ende gegangen

Vor dieser Saison konnten wir uns wohl alle nicht so richtig vorstellen, wie es sein wird Skisprung-Wettkämpfe vor leeren Zuschauer-Rängen zu absolvieren. Niemand wusste genau, wie die Saison werden wird – was uns genau erwartet und ob der Skisprung-Weltcup überhaupt regulär stattfinden kann.

Durch diese Rahmenbedingungen war es auch für meine eigenen Ziele schwierig, die richtige Erwartungshaltung zu finden. Bevor ich jetzt allerdings die Saison resümiere, möchte ich nochmals die 2. Saisonhälfte Revue passieren lassen und euch nochmals mit zu meinen Highlights nehmen:

Nach der Vierschanzen-Tournee ging der Weltcup-Zirkus nahtlos für uns weiter. Im Wochenrhythmus standen Stationen in Deutschland, Polen und Finnland auf dem Programm. Dabei war gerade der Sieg beim Teamspringen in Zakopane ein absolutes Highlight. Die sportlichen Leistungen von der ganzen Mannschaft waren einfach top und die Chemie stimmte – eine optimale Formprobe für die bevorstehende Nordische Ski-WM in Oberstdorf. Auch wenn dann 6. Platz in Garmisch bei der Vierschanzentournee mein bestes Einzelergebnis bis zur Nordischen Ski-WM bleiben sollte, reiste ich mit Selbstvertrauen und Zuversicht nach Oberstdorf.

Und plötzlich war es dann soweit, meine zweite WM-Teilnahme stand vor der Türe. Ich kam auf der Normalschanze sehr gut in den Rhythmus, ließ aber dann im Wettkampf am Schanzentisch ordentlich Power liegen. Ein 12. Endrang lautete meine Ausbeute – ein Ergebnis mit dem ich nicht komplett happy bin, aber aufgrund der Umstände in der Situation doch ein bisschen zufrieden war. Beim Springen von der Großschanze zeigte sich dann ein ähnliches Bild: ich kam nicht ganz in Schwung und erreichte den 11. Gesamtrang. Bei einem normalen Weltcup ist eine solche Platzierung echt in Ordnung, aber bei einer Weltmeisterschaft bringt es dir eben nicht viel jenseits der Spitzenplätze zu landen. Aber der große Showdown stand mit dem Teamspringen ja erst noch an. (Lächeln)

Und dort durfte ich gleich als Startspringer auf die Schanze. Auch wenn mir diese Aufgabe bestens vertraut ist und ich eigentlich teamintern bereits als „Startspringer-Routinier“ gelte, war es eine echte Nervenprobe. Der Druck war enorm und das öffentliche Interesse deutlich spürbar. Doch diesmal kam ich in einen richtigen Flow und konnte mit einer guten Performance vorlegen – Jan, Daniel und Stefan – konnten mit ihren Leistungen anschließen und wir lieferten uns ein Kopf-an-Kopf Wettbewerb mit Deutschland um den 1. Gesamtrang. Es war unglaublich nervenaufreibend und (mit Abstand) das spannendste Teamspringen für mich überhaupt – so oft wie die Führung hin und her wechselte. Schlussendlich hatten wir knapp das Nachsehen und belegten den 2. Gesamtrang. Erst ein bisschen enttäuscht über den verpassten Sieg, überkam mich dann wenig später eine riesen Freude und Stolz mit dem Stockerl-Platz und die gelungene WM-Medaillie! (Lächeln)

Nach der Nordischen Ski-WM hatten wir dann zwei Wochen Wettkampf-Pause (aufgrund der Absage der Raw-Air-Tour) bis das Skifliegen in Planica als letztes Hightlight auf dem Programm stand. Leider fand ich auch beim Skifliegen nicht ganz meine Form und musste mich auf der Ergebnisliste hinten einreihen. Gerade auch nach dem schweren Sturz von Daniel-Andre Tande (ich wünsche ihm weiterhin rasche Genesung) machte es uns Springern auch allen schwer, einen normalen Wettkampf zu absolvieren und ich konnte dann nicht mehr richtig an meine Grenzen gehen. Die Gefahren unseres Freiluft-Sports vor Augen geführt bekommen zu haben, war ich dann happy die Saison gesund abschließen zu können.

Nun aber zu meinem Resümee zur Saison: klar, wenn man einen Blick auf die Weltcup-Platzierungen wirft, kann ich mit der Saison nicht ganz zufrieden sein, da ich weiß, dass ich besser skispringe – und ich auch mein Saisonziel mit den Top-10 im Gesamtweltcup nicht erreicht habe. Die Saison hat eigentlich super begonnen mit dem Staatsmeistertitel und dem ersten Weltcup-Springen, leider hat mich dann der Covid-Ausfall komplett aus dem Rhythmus gebracht und ich bin eigentlich die ganze Saison hinweg nicht wieder auf mein gewünschtes Level gekommen. Dennoch nehme ich in dieser schwierigen Saison richtig viel positive Momente und Erfahrungen für mich mit. Egal ob sportliche Highlights bei denen ich richtig gut in Form war und abgeliefert habe (Vierschanzentournee & Ski-WM) oder persönliche Momente, wie bspw. als Sportler das Privileg genießen zu dürfen – auch in schwierigen Zeiten – zu reisen. Diese Dinge sind alle nicht so selbstverständlich und ich wurde gerade in dieser doch ungewöhnlichen Saison oftmals an diese Sachen erinnert.

An dieser Stelle möchte ich auch die Gelegenheit nutzen und mich bei euch allen – meinen Sponsoren, Partnern, Unterstützern und Fans – für den genialen Support über die gesamte Saison hinweg bedanken! #hargassner #hargassnerfamily #innauerfacts #fischernordic #skijumpingAUT #uvexsports #sporthilfe

Die letzten drei Wochen stand jetzt erstmal Heimaturlaub im Zillertal auf dem Programm. Ich habe die Zeit genutzt, um beim Skifahren, Skitouren und Langlaufen Kraft zu tanken bzw. Freunde im Freien zu treffen (wo es möglich war) – eben Sachen zu machen für die normalerweise die ganze Saison über keine Zeit bleiben. Ab dieser Woche steht wieder mein Ausbildungsblock bei der Polizeischule an. Ich freue mich richtig auf diese Abwechslung und bin schon gespannt was ich die kommenden Wochen alles so lerne! (Lächeln)

Ich wünsche euch einen sportreichen Frühling und bis bald.

Euer Philipp

Danke 2020 & Hallo 2021

„Das alte Jahr hat toll geendet und das Neue noch besser angefangen!“ 😉

Mit meiner dritten Teilnahme an allen Springen der Vierschanzentournee, startete ich auch diese Saison traditionell skispringend in den Jahreswechsel. Ein überwältigendes Gefühl, nach dem doch speziellen Jahr 2020 – manche Sachen ändern sich eben nie! 😉

Nach meiner Zwangs-Wettkampfpause (Anm. Corona) im Herbst und einem schwierigen Springen in Engelberg, blieb mir zwischen den Weihnachtsfeiertagen und dem ersten Tourneestop in Oberstdorf nur wenig Zeit, um mich für die 69. Vierschanzentournee vorzubereiten. Zugegeben hatte ich dieses Mal ein etwas gemischtes Gefühl was meine Tourneeteilnahme betraf, da ich durch die Wettkampfpause im Vorfeld einfach nicht so richtig in meinen gewohnten Sprungrhythmus fand. Erst beunruhigte mich dies ein wenig, gerade weil ich mir für diese Tournee eigentlich einiges vorgenommen hatte. Über die Weihnachtsfeiertage konnte ich dieses Gefühl dann aber zunehmend in Gelassenheit ummüntzen und schaffte es dann doch mit einer gewissen Lockerheit nach Oberstdorf zu reisen – ganz nach dem Motto „Hop oder trop“. 🙂

In der Oberstdorfer Audi Arena angekommen, startete ich dann aber gleich mit überraschend guten Trainingssprüngen und mein Sprungrhythmus war plötzlich wieder gefunden. Mit Platz eins in der Quali gelang mir ein fulminanter Auftakt (wenn man die Vorgeschichte bedenkt). Das gab mir großes Selbstvertrauen und ich fühlte mich gut gewappnet für die bevorstehenden Aufgaben. Im Hauptbewerb gelangen mir dann nochmals zwei gute Sprünge, auch wenn es diesmal nicht für ganz vorne reichte, bin ich mit dem 8. Platz sehr zufrieden – ein Auftakt nach Maß! 🙂

Beim zweiten Stop in Garmisch-Partenkirchen konnte ich das Jahr dann so richtig gut für mich ausklingen lassen, auch wenn ich in der Quali nicht direkt an meine Leistungen aus Oberstdorf anknüpfen konnte. Aber nach diesem doch sehr turbulenten Jahr, dann schlussendlich doch mit dem gesamten Skisprung-Zirkus in Garmisch zu stehen, stimmte mich sehr zuversichtlich. Einfach das alte Jahr zu beschließen und das Neue dann am Tag drauf mit dem Neujahrsspringen zu eröffnen beflügelte mich schon sehr. In einer spannenden Konkurrenz landete ich dann beim ersten Springen 2021 auf Rang sechs – mit lediglich 2,8 Wertungspunkten Rückstand auf einen Stockerl-Platz! Jetzt war ich bereit auf die Springen in meiner Heimat – Innsbruck und B-Hofen! 🙂

Auf meiner Heimschanze am Bergisel konnte ich dann gleich mit einer guten Quali (10.) anküpfen. Am Wettkampftag gelang mir dann im ersten Durchgang wohl mein bester Tournee-Sprung überhaupt. Obwohl ich den Bergisel aus den zahlreichen Trainings unterm Jahr auch Menschenleer nur allzu gut kenne, war es dennoch irgendwie eigenartig in die leeren Ränge zu springen, wo dich normalerweise das brodelnde, rot-weiß-rote Fahnenmeer empfängt. Leider erwischten mich im zweiten Durchgang die wechselhaften Bedingungen und mein Sprung reichte nurmehr für Rang 22. In B-Hofen war es dann ein schwieriges Springen und ich fiel ein wenig in meine alten Muster zurück. Somit konnte ich dann am Wettkampftag nicht mehr meine besten Sprünge zeigen und landete schlussendlich nochmals auf einem 22. Rang. Mit dem ich aufgrund der Situation aber durchaus zufrieden bin.

Am Ende blicke ich auf sehr sehr intensive Tage, wertvolle Erfahrungen und tolle sportliche Erfolge, die ich im Rahmen der 69. Vierschanzentournee 20/21 machen durfte, zurück. Schlussendlich bin ich mit meinem 11. Gesamtrang zufrieden und glücklich. Gerade auch mit der Vorgeschichte. So kann das neue Jahr auf alle Fälle starten! Ich freue mich aber vorallem auch richtig mit dem Team (allen voran mit Krafti, Hubi und Michi), dass es wieder in die richtige Richtung geht und wir hoffentlich bald wieder ganz vorne mitmischen! 😉

Nachdem die Weltcup-Saison letztes Wochenende nahtlos in Titisee-Neustadt weiterging, freue ich mich jetzt erst einmal auf ein paar Tage Erholung und danach wieder richtig frisch durchstarten zu können! 😉

Ich hoffe, dass auch ihr alle gut – und vor allem mit einem lupenreinen Telemark – im neuen Jahr 2021 gelandet seid! 😉

Bleibt gesund und bis bald!

Euer Philipp

Ich freue mich auf einen tollen Jahreswechsel

Nach einer kurzen Zwangspause ging es für mich letztes Wochenende gleich wieder hoch hinaus. Jetzt freu ich mich auf einen tollen Jahresausklang 2020! (breites Grinsen)

Der Saison-Auftakt in Wisla verlief für mich wirklich mehr als „nur nach Plan“. Es war sehr cool, dass wir gleich mit der Mannschaft (Michael Hayböck, Stefan Kraft, Daniel Huber) einen Sieg zum Weltcup-Auftakt landen konnten! Es hat einfach alles gestimmt: die Wetterbedingungen, die tollen Sprungleistungen im Team und auch die Stimmung endlich wieder „Wettkampf-Luft“ auf Schnee zu atmen, war grandios. Dieses gute Gefühl konnte ich dann auch für den zweiten Wettkampftag mitnehmen und fand einen guten Rythmus. Aber auch das Material und mein Flugsystem funktionierten super – so nutzte ich das Momentum und landete nach Platz 1 im Teamspringen auf Platz 8 im Einzelspringen. Ein Auftakt nach Maß mit dem ich wirklich zufrieden bin.

Die Freude wehrte allerdings nur kurz, denn aufgrund des postiven Corona-Tests musste die gesamte Mannschaft anschließend in Heim-Quarantäne. Nicht ganz optimal, aber glücklicherweise hatte ich keine Symptome und versuchte das beste aus der Situation zu machen. Mit den Erfahrungen aus dem Frühjahr, weiß ich nun ja, wie ich mich auch in den eigenen vier Wänden fit halten kann. ‚Den Helden aus der 2. Reihe‘ habe ich natürlich von Zuhause aus die Daumen für die Springen in Ruka und Nizhny Tagil gedrückt – mit Erfolg! (Zwinkern)

Letztes Wochenende stand dann auch schon das 1. Saison-Highlight auf dem Programm: Skiflug-Weltmeisterschaft in Planica. Es war schon ein wenig ungewohnt – zum einen schon so früh in der noch jungen Saison und zum anderen eben mit den 3 Wochen Zwangspause. Dennoch fühlte ich mich gut in Form und zeigte in den Trainings eigentlich ganz passable Leistungen. Leider konnte ich im Wettkampf dann aber nicht an die Leistungen von Wisla anschließen und musste mich mit einem 18. Gesamtrang begnügen. Auch im Teambewerb kamen wir leider nicht so richtig in Fahrt und mussten uns dieses Mal mit einem 6. Rang zufrieden geben.

Nun gilt es den Blick in der doch noch sehr jungen Saison nach vorne zu richten. Ich freue mich jetzt richtig auf die kommenden Aufgaben und vor allem auf das nächste Highlight: die 4S-Tournee. Endlich wieder einmal internationale Wettkämpfe zuhause, richtig lässig, ich freu mich drauf.

Ich wünsche euch auf alle Fälle schon jetzt ein besinnliches Weihnachtsfest mit euren Liebsten und einen tollen Jahresausklang!

Euer Philipp

P.s.: Daumendrücken bei der 4S-Tournee nicht vergessen! 😉

Ich brenne auf die neue Weltcup-Saison

In 16-Tagen geht es endlich wieder los – mit dem Auftaktspringen im polnischen Wisla starte ich in meine bereits 5. Weltcup-Saison… höchste Zeit, dass ich euch an meinem Resümee für Sommer/Herbst 2020 teilhaben lasse!  (Zwinkern)

Der heurige Sommer verging sprichwörtlich wie im Flug… neben intensiven Trainingseinheiten – auf und abseits der Skisprungschanze – habe ich die Zeit genutzt und punktuell an meinem Sprungsystem gefeilt. Auch wenn ich mich auf die längeren Trainingskurse im Ausland normalerweise immer sehr freue, konnte ich es dieses Jahr gut verschmerzen, dass wir im In- und angrenzenden Ausland trainiert haben. Die heimischen Rahmenbedingungen und Naturlandschaften im Sommer sind zweifelsohne wunderbar. Auch der 14-Tage-Rhythmus mit je einer Woche Training am Stützpunkt und einer Woche Trainingskurs im Team sorgten für einen guten Mix. Sportlich forderte uns das Trainerteam auf allen Ebenen, aber der Spaß kam natürlich auch nicht zu kurz – beispielsweise bei einer Einheit auf der Wasserschanze. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man merkt, wie sich die physische Leistungsfähigkeit und die Skisprungtechnik Schritt um Schritt optimieren. Und auch die Dynamik im Team, als eingeschweißte Truppe, ist bei jedem Trainingskurs spürbar.

Neben dem umfangreichen Trainingspensum kam die Erholung natürlich auch nicht zu kurz… beim Urlaub am Gardasee bzw. Aktivitäten mit Freunden und Familie konnte ich super Energie tanken und abschalten. Und die Hochzeitsglocken im Freundeskreis läuteten auch gleich mehrmals.

Wettkampftechnisch ging es dann Ende August beim Sommer-Grand-Prix das erste Mal zur Sache. Mit Platz 5 in der Gesamtwertung bestätigte sich mein Traininszustand – ein echter Motivationsbonus für die weitere Vorbereitung. Einen absoluten Kindheitstraum konnte ich mir dann aber knapp 5 Wochen später in Bischofshofen erfüllen – Österreichischer Staatsmeistertitel von der Großschanze. Obwohl es „nur“ ein nationaler Bewerb ist, freut mich dieser Titel riesig. Es war toll zu sehen, wie mir der Turnaround gelang – trotz eines verkorksten Vortags (Normalschanzen-Bewerb in Eisenerz) blieb ich ruhig und konnte zwei super Sprünge zeigen und so meinen 1. Staatsmeistertitel von der Großschanze einheimsen.

Im Oktober ging es dann gewohnterweise wieder getakteter zur Sache: anstehende Termine mit Medien, Partnern, Ausrüstern etc. Trotz der Doppelbelastung (Training & Termine) machen mir gerade die kreativen Shootings & Drehs richtig Spaß – vorallem wenn man dann den Outcome sieht. Seid ihr schon gespannt, in welche Rollen ich dieses Jahr alles geschlüpft bin?! (Zwinkern)

Gute 2,5 Wochen bis Wisla – ich bin startklar und schaue freudig nach vorne! Es wird sicherlich eine etwas andere Saison und wir müssen vorsichtig agieren – ggf. auch von Woche zu Woche planen. Nichtsdestotrotz ist meine Vorfreude riesengroß und ich fühle mich gut vorbereitet, für einen langen und hoffentlich auch erfolgreichen Winter. Ich brenne auf die neue Saison und darauf, endlich wieder von den Schanzen dieser Welt springen zu dürfen.

Bis bald und bleibt gesund,

euer Philipp

Zurück in luftiger Höhe!

Das Frühjahr 2020 war wohl für uns alle eine herausfordernde und kontroverse Zeit. Neben allen Schwierigkeiten, waren die letzten Monate vor allem von Entschleunigung und Perspektivenwechsel geprägt.

Obwohl anfänglich alles still zu stehen drohte, hat sich in den letzten Wochen doch einiges getan und die Normalität kehrt schrittweise zurück! Und ich springe wieder in luftige Höhen!

Nach dem abrupten Ende in Trondheim, wurde auch mein Programm für die Nachsaison völlig auf den Kopf gestellt. Es ist normal jene Zeit, in der ich mit meiner Familie und meinen Freunden Skifahren oder Skitouren gehe, etc. – Aktivitäten für die ich sonst das ganze Jahr keine Zeit finde. Normalerweise stehen auch Termine mit Partnern und Betreuern an. An diese Sachen war aber natürlich überhaupt nicht zu denken. Stattdessen stand Zuhause bleiben am Programm. Gut, eine sehr schwierige Situation, aber dennoch die einzig richtige Entscheidung. Die Gesundheit von uns allen hat oberste Priorität.

Anfangs war die Situation dennoch sehr ungewohnt und ich nutzte die Zeit erst einmal, um mich zu Hause zu regenerieren – zumindest so gut es ging. Ganz ohne Sport geht es dann aber doch nicht und ich wusste meine Zeit in den eigenen vier Wänden zu nutzen! Neben täglichen Trainingseinheiten wurden dann auch meine Haushalts-Fähigkeiten wieder etwas aufgefrischt. 😉 Skype-Calls und Online Mario-Kart-Duelle mit den Skisprung-Kollegen zwischendurch sorgten für Auflockerung. Im Frühjahr steht bei mir zudem immer ein Lehrgang der Polizeischule auf dem Programm – dieses Jahr via Skype. Neben den Kursen und Arbeitsaufträgen kam ich zunehmend in einen guten Trainingsrhythmus. Die Zeit zu Hause verbringen zu können, anstatt in einem Hotel in Salzburg, war zusätzlich ein angenehmes und stressfreies Erlebnis.

In dieser Zeit konnte ich auch die vergangene Saison Revue passieren lassen. Einfach eine unfassbar coole Saison mit dem 10. Platz in der Gesamtwertung!!! Viele tolle Erinnerungen an schöne und erfolgreiche Momente – angefangen vom fulminanten Saisonauftakt über eine geniale Vierschanzentournee bis hin zum starken Saisonabschluss. Jede einzelne Station ein absolutes Highlight! Die Erfahrungen der vergangenen Saison motivieren mich, konsequent weiter zu arbeiten und zu verbessern, um 20/21 den nächsten Schritt zu machen.

Ich habe die letzten Wochen gut trainiert und fühle mich auch konditionell in starker Verfassung. Ende Mai ist die Tiroler Trainingsgruppe (4 Athleten) dann wieder als Mannschaft zusammengekommen und haben gleich mit einem Sprungtraining gestartet. Die Vorfreude war natürlich riesig. Es war ein tolles Gefühl, endlich wieder am Bakken zu sitzen und in luftige Höhen springen zu können. Auf Anhieb fühlte sich alles stimmig an und die ersten Sprünge waren gut. Zusätzlich die Jungs wieder live zu sehen und Andi Widhölzl als neuen Cheftrainer offiziell zu begrüßen, war natürlich ein genialer Auftakt. Wir absolvierten bereits auch einen tollen ersten Mannschafts-Trainingskurs in Faak am See. Jetzt folgen im 14-Tage-Rhythmus je eine Woche Training am Stützpunkt und eine Woche Trainingskurs. Ins Wettkampfgeschehen geht’s dann erstmals beim Sommer Grand Prix, welcher auf Ende August verschoben wurde.

Mit meiner Zielsetzung für die Saison 20/21 möchte ich an das erfolgreiche letzte Jahr anknüpfen: Top-10 in der Gesamtwertung. Meine persönlichen Bestleistungen verbessern und möglichst konstant um die Top-6 Plätze mitspringen. Zudem möchte ich auch meinen ersten Weltcup-Sieg landen. Bei der Skiflugweltmeisterschaft und Weltmeisterschaft mit dem Team lautet mein Ziel ebenfalls, um Medaillen mitzukämpfen.

Nun geht’s aber erst einmal in der Vorbereitung weiter und ich freue mich auf einen intensiven Sommer. Den ein oder anderen Tag werde ich natürlich auch in der herrlichen Tiroler Bergwelt anzutreffen sein und die Höhenluft dort genießen! 😉

Ein GROSSES DANKESCHÖN AN EUCH ALLE – meine Partner, Unterstützer und Fans – für den ungebrochenen Support in der letzten Saison!

#hargassner #hargassnerfamily #innauerfacts #fischernordic #skijumpingAUT #uvexsports #sporthilfe

Bleibt gesund!

Euer Philipp

Was für ein Wochenende!

Jedes Mal aufs Neue ist es ein einzigartiges Gefühl hier nach Ruka, in den hohen Norden zu fahren! Ich bin immer wieder überwältigt von der wunderschönen Winterlandschaft, welche uns hier geboten wird!
Bereits am Freitag starteten wir mit dem offiziellen Training und dem Qualifikationssprung, wo ich mich für den Bewerb am Samstag qualifizieren konnte.

Nach meinen ersten Sprung lag ich auf dem 14 Platz nach dem ersten Durchgang.
Allerdings startete ich im zweiten Durchgang eine Aufholjagd und flog auf 143 Meter. Es war ein unglaubliches Gefühl dieser Sprung. Ich war einfach nur mega glücklich, dass es mir so gut gelang mich zu verbessern! Dass es allerdings so weit nach vorne gehen würde, hatte ich aber selbst nicht erwartet.

Als ursprünglicher Vierter war ich mit meinem Ergebnis mehr als zufrieden! Als dann aber die Information kam, dass ich auf Grund von zwei Disqualifikationen auf den zweiten Platz rutsche, war die Freude natürlich überwältigend! So habe ich mir natürlich meinen ersten Stockerlplatz im Weltcup nicht vorgestellt, aber ich denke mit meinen zweiten Sprung habe ich gezeigt, dass es mehr als gerechtfertigt ist, dass ich dieses Wochenende auf dem Podest stand.

Leider wurde der Bewerb am Sonntag aufgrund der zu windigen Verhältnisse abgesagt.

Nun geht es für mich gleich weiter nach Russland, wo wir eine Trainingseinheit haben werden, bevor es dann in das nächste Wettkampfwochende geht!